Verrückter Herbst
Nach einem satten, warmen Sommer legen unsere Bäume und Sträucher im Herbst noch einmal richtig los und schenken uns für ein paar Wochen das schönste Farbspektakel des ganzen Jahres. Wer glaubt, im Herbst wäre im Garten schon alles vorbei, hat sich noch nie unter einem loderndem Ahorn gestanden.

Feuriges Blattwerk
Farben, wohin man schaut: strahlendes Gelb, Gold-Orange, Blutrot – alles ist dabei. Die auffälligsten Vertreter sind der Japanische Ahorn, der Essigbaum (Rhus typhina), der Ginkgo, das Amberbaum-Laub (Liquidambar) und der Perückenstrauch, dessen Blätter sich in einem regelrechten Feuerwerk aus Gelb, Orange und Rot verfärben.
Aromatherapie für die Nase
Auch der Duft gehört zum Herbst dazu. Die gelb blühende Mahonie verströmt ein feines Honigaroma, doch der Lebkuchenbaum (Katsurabaum) sorgt für die vielleicht schönste Überraschung: Seine herzförmigen Blätter duften beim Welken intensiv nach frisch gebackenem Lebkuchen, bevor sie zu Boden fallen – ausgelöst durch denselben Zuckerabbau-Prozess, der auch beim Karamellisieren entsteht.


Beeren in Hülle und Fülle
Zierapfel, Viburnum, Pyracantha, Cotoneaster, Ilex und Vogelbeere zeigen jetzt ihre Früchte in leuchtendem Gelb, Orange und Rot – und auch die auffällig violetten Beeren der Liebesperlenstrauchs (Callicarpa) sorgen für einen echten Hingucker, den man so schnell nicht vergisst.
Sträucher im Rampenlicht
Auch abseits der großen Bäume wird bunt: Cornus alba 'Sibirica', Cornus stolonifera 'Flaviramea', Euonymus fortunei 'Compactus', Viburnum plicatum und die schilfblättrige Hortensie und die Zaubernuss lassen ihr Herbstlaub in Sonnenlicht förmlich schimmern.




Ziergräser im goldenen Licht
Ziergräser blühen bereits im Spätsommer und schmücken den Garten bis weit in den Winter hinein – viele stehen mit ihren goldbraunen Halmen sogar über die kalte Jahreszeit aufrecht und trotzen Wind und Frost. Besonders schön leuchten sie im tiefstehenden Herbstlicht, etwa Miscanthus, Pennisetum, Molinia oder Cortaderia sellowana.
Warum der Herbst die beste Pflanzzeit ist
Nach dem Sommer ist der Boden noch angenehm warm – ideale Bedingungen für rasches Wurzelwachstum. Zusammen mit den herbstlichen Regenfällen haben Gehölze so noch einige Monate Zeit zum Einwurzeln, bevor der erste Frost kommt. Genau deshalb bedeutet mehr Wurzelmasse im nächsten Frühjahr auch einen kräftigeren Austrieb.

